Größte Fehler in Vergabeverfahren

Übersicht:
Die Nichtbeachtung der allgemeine Grundsätze des Vergaberechts
Fehler der Vergabestelle
Die Fehler der Bewerber bzw. Bieter




1. Die Nichtbeachtung der allgemeinen Grundsätze des Vergaberechts


Zu beachten sind vor der VOL/A bzw. neben der VOL/A (teilweise Doppelregelungen) insbesondere aber auch die sich aus den §§ 97 ff GWB ergebenden allgemeinen Grundsätze des Vergabeverfahrens, die sich gegen nachfolgende Verstöße wenden:

 
  • Verstoß gegen den Grundsatz der Vergabe im Wettbewerb - vgl. § 97 I GWB
   
 
   
 
   
 
   
 
  • Verstoß gegen das Prinzip der Förderung kleinere und mittlerer Unternehmen - vgl. § 97 III GWB
   
 
   
 
   
 


Insoweit wird auf die BGH-Entscheidungen vom 8.9.1998 verwiesen, die diese Grundsätze teilweise bereits vor dem 1.1.1999, dem Inkrafttreten des Vergaberechtsänderungsgesetzes - §§ 97 ff GWB - enthalten - vgl. Bartl, Harald, Aktueller Stand des Vergaberechts, RiA 1999, 3 ff. ; ders. Handbuch Öffentliche Aufträge, 2. Aufl., 2000.





2. Fehler der Vergabestelle
Die weiteren möglichen Verstöße gegen die konkretisierten allgemeinen Grundsätze in der VOL/A


Auswahl - beispielhaft, nicht abschließend:

 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   

 

 
   
 
   
 
  • Schätzung des Schwellenwertes aufgrund unzutreffender Umrechnungskurse - vgl. § 1 a Nr. 2 Abs. 2 VOL/A

 

   
 
   

 

 

 

 

 

 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
  • Mißbrauch des Vergabeverfahrens für vergabefremde Zwecke wie Erstellenlassen von Planungsleistungen, Ertragsberechnungen etc. - vgl. § 16 Nr. 2 VOL/A
   
 
   

 

 

 

 
   
 

 

 
   
 

 

 
   
 
  • Ungeeignete Bekanntmachungsträger, die die potentiellen Bieter nicht erreichen - vgl. § 17 Nr. 1 VOL/A
   
 
  • Auskunft - Informationen mit Auswirkung auf Preis und Leistung nur an einen Teil der Bewerber - vgl. § 17 Nr. 6 VOL/A
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
  • Fehlerhafte Wertung - vgl. § 25 Nr. 2 und 3 VOL/A ohne Beachtung der Systematik der beiden Vorschriften

 

 

 

 
   
 

 

 
  • Unterlassung der Informations-, Dokumentations- bzw. der Berichtspflichten nach den §§ 3 a Nr. 3, 28 a, 27 a, 30 a VOL/A

 

 
   
 
   
 



3. Die größten Fehler der Anbieter bzw. Bewerber in Vergabeverfahren - Auswahl

 

 

 

 
  • Unzulässige Versuche der Einflußnahme ohne Beachtung der jeweiligen Vorschriften (Verwaltungsrichtlinien, Verordnungen der Länder, Antikorruptionsgesetz etc.) - vgl. § 7 Nr. 5 c) sowie § 25 Nr. 1. f VOL/A
 
 
  • Keine Zahlung der Steuern und Sozialabgaben - vgl. § 7 Nr. 5 d VOL/A
 
  • Schwerwiegende Verstöße (Verfehlungen, die die Zuverlässigkeit etc. in Frage stellen) - vgl. § 7 Nr. 5 c VOL/A
 
  • Unzutreffende vorsätzliche Erklärungen in Vergabeverfahren zur Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit - vgl. § 7 Nr. 5 e) VOL/A

 

 
  • Keine Überprüfung der Bekanntmachung auf erkennbare Verstöße gegen die VOL/A - vgl. § 107 III GWB
   
 
  • Keine Überprüfung des Vergabeverfahrens auf vorliegende Verstöße gegen die VOL/A - vgl. § 107 III GWB
   
 
  • Keine unverzügliche Rüge bzw. keine Rüge vor Ablauf der Angebotsfrist von erkennbaren oder erkannten Verstößen gegen die VOL/A

 

 
  • Nichtbeachtung der Abforderungsfrist nach § 17 Nr. 3 (6) VOL/A

 

 

 

 
   
 
   
 
   
 
  • Unvollständige Angebote - vgl. § 21 Nr. 1 (1), 23 Nr. 2, 25 Nr. 25 Nr. 1 (2) a VOL/A
   
 
  • Angebote ohne Preis - vgl. § 21 Nr. 1 (1) VOL/A
   
 
   
 
   
 



 

 

 
   
 
   
 
   
 
   
 
  • Keine Benennung der Mitglieder und des bevollmächtigten Vertreters bei Arbeitsgemeinschaft - vgl. § 21 Nr. 4 VOL/A
   
 
  • Keine Angabe von gewerblichen Schutzrechten trotz Verlangens des Auftraggebers - vgl. § 21 Nr. 3 (1) VOL/A
   
 



 

 

 
  • Keine Erläuterung zur Beurteilung des Angebots trotz Erforderlichkeit auf besonderer Anlage - vgl. § 21 Nr. 1 (1) VOL/A
   
 



 
  • Keine Übergabe der angeforderten Muster oder Proben - vgl. § 23 Nr. 2 VOL/A - Vollständigkeit
   
  Keine Beachtung der Wertungskriterien - vgl. § 9 a VOL/A



 
  • Anspruch auf Rückgabe von Mustern und Proben nicht bereits im Angebot für den Fall der Nichtberücksichtigung - vgl. § 21 Nr. 5 VOL/A

 

 


 
 

 

 
 
 
  • Veränderungen der Leistung, Anbieten nicht ausgeschriebener Ersatzleistungen im Angebot statt als gesondertes und getrennten Änderungsvorschlag etc.

 

 
   
 



 
   
 


 
 
   
 


 
 

 

 
  • Kalkulationsfehler im Angebot - grundsätzlich unbeachtlich


 
 
  • Rücknahme des Angebots nach Ablauf der Angebotsfrist - nicht möglich - vgl. § 18 Nr. 3 VOL/A

 

 



 
  • Unzulässige Verhandlungen (und dadurch Gefährdung des eigenen Angebots) entgegen § 24 VOL/A

 

 
  • Bestechungsversuche - vgl. § 7 Nr. 5 c) VOL/A


 
 
   
 
  • "Verfahrensspionage" - vgl. § 7 Nr. 5 c VOL/A

 

 
  • Keine weitere Verfolgung des Vergabeverfahrens nach Zuschlag - vgl. §§ 26 a, 27, 27 a, 28 a VOL/A


 
 
  • Keine Bekämpfung von "Schwarzen Listen" und Vergabesperren trotz eingetretener Selbstreinigung - vgl. § 7 Nr. 5 c) VOL/A


* Die schattierten Fehler sind oder dürften zumindest "KO-Kriterien" darstellen.

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