Die öffentliche Hand hat die Aufträge zu angemessenen Preisen zu vergeben - insofern ist auf § 2 Nr. 3 VOL/A zu verweisen.

Gemäß § 15 VOL/A ist hierbei die VO/ PR 30/53 zu beachten. Hierbei soll die Nachfragemacht der öffentlichen Hand nicht dahingehend ausarten, daß zu Dumpingpreisen eingekauft wird.

Allerdings ist dies umstritten; denn es soll zulässig sein, auch auf Unterkostenpreise den Zuschlag zu erteilen. Begründet wird dies damit, daß der Bieter beabsichtigen kann, zur Kapazitätsauslastung oder auch zum Markteintritt (Newcomer) entsprechend zu "kalkulieren". Die Auskömmlichkeit oder Angemessenheit des Preises soll damit keine Rolle spielen. Hiergegen sind erhebliche Bedenken anzumelden; denn dann bliebe bei Dumpingpreisen nur die Möglichkeit des Ausschlusses, wenn das Angebot allein mit der Absicht der Vernichtung bzw. der Verdrängung des Mitbewerbers erstellt würde. Dies ist im regelmäßig nicht nachvollziehbar durch die Vergabestelle zu begründen. Die Folge wäre, daß dann grundsätzlich auch ein besonders niedriger Preis zum Zuschlag führen würde, da entsprechende Belege etc. - vgl. § 25 Nr. 2 II VOL/A zur Überprüfung nicht vorgelegt werden müßten; die einfache Erklärung mit Hinweis auf Kapazitätsauslastung oder Verbesserung der Marktzutrittschancen würde ausreichen.

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