EU will die Beschaffung der öffentlichen Hand durch das Instrument ProcurCompEU professionalisieren.

Bekommt der "Einkauf" der öffentlichen Hand  endlich das entscheidende Gewicht? ProcurCompEU
Europäischer Kometenzrahmen für Fachkräfte des öfentlichen Beschaffungswesens ist ein von der Europäischen Kommission entwickeltes Instrument, das die Professionalisierung des öffentlichen Beschaffungswesens unterstützen soll. Mit der Festlegung von 30 Schlüsselkompetenzen bietet ProcurComp
EU einen gemeinsamen Referenzrahmen für Fachkräfte des öffentlichen Beschaffungswesens in der Europäischen Union und darüber hinaus. Es würdigt und unterstützt das öffentliche Beschaffungswesen als strategische Funktion, die öffentliche Investitionen für nachhaltiges Wachstum ermöglicht. Es unterstützt Organisationen beim Aufbau der zum Erreichen ihrer strategischen Investitionsziele benötigten Fachkräfteteams und bei der Förderung von Laufbahnen im Beschaffungswesen. Es hilft den einzelnen Fachkräften des öffentlichen Beschaffungswesens dabei, ihre Kompetenzen zur Geltung zu bringen, und erleichtert die Fortbildung und berufliche Entwicklung. Darüber hinaus unterstützt es Schulungsanbieter bei der Entwicklung geeigneter Schulungsprogramme.Das ProcurCompEU-Paket ist auf der Website der Europäischen Kommission abrufbar und kann kostenlos heruntergeladen werden. ProcurCompEU liegt in allen Amtssprachen der EU vor. Eine Umsetzung für die nationale Beschaffung ist diffizil. In unseren Seminaren wird ProcurCompEU bereits berücksichtigt - speziell im Seminar "Aufbau und Organsiation der Beschaffungsstelle".
In einer 127-seitigen Broschüre versucht die EU-Kommission, unverbindliche Empfehlungen für eine Professionalisierung der Beschaffung der öffentlichen Hand zu vermitteln.
Das Gesamtwerk leidet bedauerlicherweise daran, dass das Konzept sich zu wenig an das geltende Vergaberecht und seiner Entwicklung in den letzten Jahren anlehnt. Eine Gesamtschau von Recht, BWL und Technik ist zwar erforderlich. Auch Persönlichkeitsbildung etc. ist unumgänglich. Durch die breit angelegte Broschüre und Fehlgewichtungen ist eine eigene Überarbeitung in den Vergabestellen unumgänglich. Eine einfache Übernahme ohne entwicklung einer eigenen Strategie, Planung der Fortbildung etc. ist m. E. nicht möglich.
Immerhin sollte jede Vergabestelle sich an diesem "Kompetenzrahmen" orientieren. Unstreitig bestehen in den Vergabestellen erhebliche Defizite.